Sharing Economy #1: Warum noch kaufen, wenn man teilen kann?

Schneller, höher, weiter. Nichts charakterisiert unsere heutige Gesellschaft besser, als das ständige Streben nach mehr. Leistungsdruck ist selbst in Grundschulen kein Fremdwort mehr. Ähnlich verhält es sich mit unserem Konsum. Wir kaufen, was uns gefällt. Wir kaufen, weil es billig ist. Ist die Schnäppchenjagd erst einmal eröffnet, gibt es für die meisten von uns kein Halten mehr. Von bewusstem Konsum kann in der heutigen Zeit kaum mehr die Rede sein, landet doch ein Großteil unserer vermeintlichen „Schnäppchen“ in gruseligen Ramschecken in der Wohnung oder gar in der Tonne.

Haben Sie schon einmal von Frrecycling-482700_1920auen gehört, die vor übervollen Kleiderschränken stehen und trotzdem nichts anzuziehen haben? Oder von kleinen Kindern, deren Zimmer so überladen sind mit Spielsachen, dass sie gar nicht mehr wissen, mit was sie spielen sollen? Oder von übervollen Garagen, die bis oben hin zugestopft sind mit Hammer, Schaufel oder Bohrmaschinen, weil man vor Jahren mal ein Zimmer renoviert hat? Doch warum das alles? Es wird Zeit auszubrechen, auszubrechen aus dem Konsumstrudel und der sinnlosen Horterei von Gegenständen.

Borgen statt Besorgen

Dabei ist es doch eigentlich ganz einfach: Warum nicht den verstaubten Bohrer dem Nachbarn ausleihen? Oder die ausgedienten Klamotten gegen neue Teile eintauschen? Borgen statt besorgen lautet die Devise. Immer mehr Menschen haben diese Erkenntnis und pflegen mit Begeisterung die neue „Sharing-Community“. Diese stellt sich bewusst einer sinnentleerten Wohlstands- und Konsumgesellschaft entgegen und lebt den Grundsatz: Teilen ist das neue Kaufen. Gerätschaften, Kleider, Wohnungen, Essen oder Autos. Warum teuer in den Urlaub fahren, wenn man doch einfach mit einem Reisewilligen aus einem anderen Land die Wohnung tauschen kann? Die meisten Autos fahren nicht, sondern stehen fahrbereit in der Garage. Genug Menschen freuen sich, wenn sie mit diesen Autos ihren Wocheneinkauf erledigen oder Verwandte besuchen können. Abhilfe leisten hier eine Reihe nützlicher Plattformen, die den Menschen dabei helfen, sich zu vernetzen und zu organisieren. Und so ist mit Kleiderkreisel und Co die neue Jeans oft nur ein paar einfache Klicks entfernt.

Teilen für die Gemeinschaft

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Wie Big Mother uns beschützt und Big Brother uns ausspioniert

Es herrscht Goldgräberstimmung. Zahlreiche Unternehmen stürzen auf den Markt, alle haben sie ein gemeinsames Ziel: Daten, Daten und noch mehr Daten. Sie sind das Gold des 21. Jahrhunderts und werden begierig gesammelt, sortiert und vermarktet – oftmals ohne dass der Datengeber auch nur den blassesten Schimmer hat, wo und vor allem bei wem seine privatesten Daten einmal landen.
Und die Goldgrube wird zusehends ertragreicher, da sich die Kunden immer weiter für den Digitalisierungstrend öffnen. Getreu dem Motto „Viel hilft viel“, stattet sich der gesundheitsbewusste, technikaffine Kunde mit den technischen Neuheiten aus, die selbst die kleinste Bewegung erfassen, sämtliche Vitalfunktionen überprüfen, alles über Medikamenteneinahme und Schlafgewohnheiten wissen, den aktuellen Fitnesszustand im Blick haben und natürlich ständig zur Selbstoptimierung motivieren.

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