Flirten Teil ll – Körpersprache und nonverbale Signale

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„Schau mir in die Augen Kleines und ich sage Dir, was du nicht siehst!“

Wie das geht? Das und vieles mehr erfahren Sie heute in der zweiten Ausgabe meines Specials zum Thema Flirten pünktlich zum 2. Advent.

Letzte Woche habe ich für Sie in den Tiefen der Evolutionsgeschichte und Neurowissenschaft des Flirts gegraben und festgestellt, warum Männer andere Absichten beim Flirten haben, als Frauen. Ebenso wissen Sie bereits, dass es nur Sekundenbruchteile braucht, um festzustellen, ob unser Gegenüber für ein romantisches Stelldichein zu haben ist oder eben nicht. Unsere Körpersprache und vor allem Mikroexpressionen sind das Geheimnis. Sie verrät uns das wahre Empfinden unseres Gegenübers.

Wie so oft im Leben, haben Frauen auch beim Flirten die Oberhand. Sie kontrollieren nicht nur das Spiel und stellen die Regeln auf, sondern sie vergeben auch die Punkte. Wussten Sie, dass der erste Flirt zu 90 % von Frauen eingeleitet wird? Obwohl der Mann so wirkt, als würde er das Meiste tun, geht er nur auf sie zu, weil ihm die Herzdame durch nonverbale Signale oder durch den bewussten Einsatz ihrer weiblichen Reize dafür grünes Licht gegeben hat. Insgeheim haben wir das ja vermutet, oder? Aber was sind das für körpersprachliche Signale und wie schafft Frau es, diese Signale (fast) unbemerkt zu senden?

Die stumme Kommunikation

Generell findet über 90 Prozent der Kommunikation ohne Sprache statt, also rein nonverbal. Beim Flirten werden eine Reihe dieser nonverbalen und verbalen Aktionen genutzt, um das Interesse oder die Anziehung gegenüber einer Person kundzutun. Es ist spielerisch, unbedrohlich und manchmal unbewusst. Wichtig ist das Verstehen und Deuten der eingesetzten Körpersprache. Und wer es kann, liegt beim Dating klar im Vorteil!

Das Repertoire der Flirtsignale ist groß und mit über 52 spezifische körpersprachlichen Aktionen, die auch noch kombiniert werden können, grenzt es fast schon an ein „Flirtyversum“.  Aber haben Sie keine Angst, sich im Irrgarten der Körpersprache zu verlaufen. Hierzu zählen einfache Aktionen, wie das Neigen des Kopfes und das Streichen über den eigenen Arm als Flirtsignal. Am typischsten? Klar, dass Spielen mit den Haaren und die verstohlenen Blicke zum Objekt der Begierde. Eine Studie der Universität in Newcastle konnte belegen, dass Männer es verführerisch finden, wenn Frauen ihren Kopf nach vorne beugen und dann leicht nach oben blicken. Diese Kopfausrichtung erzeugt unterbewusst einen flirtwilligen und femininen Eindruck.

Wahnsinn, hast du schöne Augen!

Laut der Wissenschaftlerin Judy Dutton senden die erfolgreichsten Flirter rund 35 Flirtsignale pro Stunde aus. Damit die Flirtabsicht jedoch ersteimal wahrgenommen werden kann, müssen der oder dem Angebeteten drei verheißungsvolle Blicke zugeworfen werden. Wenn die Aufmerksamkeit des Gegenübers dann vorhanden ist, dann heißt es Blickkontakt, Blickkontakt und noch mal Blickkontakt. Ein normaler Blick dauert im Durchschnitt 1,18 Sekunden und ein flirty Blick ca. 2-3 Sekunden. Aber nicht starren! Keiner mag Gaffer. Das ist auch einer der häufigsten Fehler beim Anbandeln.

In Studien wurde zudem bestätigt, dass Zuneigung direkt durch anhaltenden Augenkontakt entsteht. Im Experiment schauten sich die Männer und Frauen, die sich vorher nicht kannten, drei Minuten in die Augen. Viele bestätigten danach, den Gegenüber sympathisch bis sehr anziehend zu finden. Warum ist das so? Grund dafür ist, dass durch den Augenkontakt das Belohnungszentrum im Gehirn aktiviert wird, das sogenannte „Ventrale Striatum“. Daher: „Schau mir in die Augen!“

Rote Lippen soll man küssen, denn…

So weit, so gut. Jetzt müssen Sie den Moment nutzen und was wäre da besser geeignet als ein charmantes Lächeln? Wie zu erwarten, gibt es auch beim Lächeln viele unterschiedliche Arten. Es gibt über 18 verschiedene Wege, jemanden anzulächeln. Das attraktivste Lächeln ist ein nettes und intensives Lächeln, welches Linien bzw. „Krähenfüße“ um die Augen zaubert. Augen- und Mundpartie spielen bei einem „echten“ Lächeln auf sympathische Weise zusammen.

Im Durchschnitt schauen Männer 0,95 Sekunden lang die Haare, 0,85 Sekunden lang die Augen und 7 Sekunden lang die Lippen einer Frau an. Kirschroter Lippenstift ist beinahe ein Muss für die Frau; er spiegelt automatisch und unterbewusst „Jugend, Sex und Fruchtbarkeit“ wieder. Mit einem Kompliment über die schönen Lippen der Herzdame kann das männliche Geschlecht zudem leicht Punkte sammeln.

Talk dirty to me!

Prinzipiell sollten Sie jedoch immer vorher überlegen, wie Sie den Flirt beginnen und auf die Körpersprache des Objekts Ihrer Begierde achten. Entscheidend ist, dass Sie die richtige Einstellung haben und zielsicher auf den Flirtpartner zugehen, dann haben Sie schon so gut wie gewonnen. Man spricht von einer self fulfilling prophecy, es tritt also oft das Verhalten ein, was erwartet wurde. Eine positive Vorahnung hilft also beim Gelingen von Flirts. Entscheidend ist spätestens jetzt auch nicht, „Was“ Sie sagen, sondern „Wie“ Sie es sagen.

Ihre Stimme ist ein nützliches Werkzeug, sie bestimmt zu 38 Prozent, wie attraktiv und sympathisch wir einen Gesprächspartner finden. Und natürlich versuchen wir mit ihr auch zu imponieren. Männer verstellen ihre Stimme unbewusst tiefer und kräftiger, um Stärke auszustrahlen. Frauen im Gegensatz bemühen sich etwas heller zu klingen. Zu schnelles Sprechen aufgrund von Aufgeregtheit ist ein häufiger Fehler beim Flirten. Die richtige Atmung hilft! Falls Sie die atemberaubende Schönheit des oder der Auserkorenen dennoch ins Stocken bringt, macht nichts. Humor rettet (fast) jede Situation. Wirkt es nicht wesentlich sympathischer, wenn eben nicht alles glatt läuft?

Das Gesamtpaket zählt

Wir haben die Aufmerksamkeit, den Blickkontakt, wissen wie wir Lächeln und mit welcher Einstellung wir an die Sache rangehen, aber das Spiel ist noch lange nicht gewonnen. Bei der Körpersprache des Gegenübers darf die Position der Füße und der Hüfte nicht unterschätzt werden. Denn wenn die Fußspitzen Ihres Flirtpartners in Ihre Richtung zeigen, bedeutet es, dass dieser Interesse hat, zumindest an einem kurzweiligen Plausch. Frauen überkreuzen im Sitzen ihre Beine, wenn Sie sich sicher bei ihrem Partner fühlen und zu keiner panischen Flucht neigen. Denn wer die Beine überkreuzt, kann nicht weglaufen. Das ist positiv meine Herren! Abgesehen davon, achten Sie bewusst auf ihre Mimik und Gestik. Wenn die andere Person unbewusst Ihre Mimik, Körperhaltung und Gestik spiegelt, ist das ein Zeichen der Anerkennung und Zuneigung. Völlig banal soll ausgedrückt werden, dass man quasi gleich ist und zueinander passt.

Und zu guter Letzt: Sehen Sie den Flirt als Spiel. Entweder als eine Erfahrung oder eine neue Liebschaft. Egal über welches spannende Gesprächsthema man sich mit Ihnen unterhält, manchmal sind Flirts einfach nur spannende oder lustige Begegnungen, manchmal ergibt sich daraus sogar eine traumhafte Beziehung.

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