Pinterest bald wichtiger als Twitter

„Es ist ein Kaleidoskop menschlicher Interessen und Leidenschaften und wirkt dabei manchmal wie ein Blick in die Hobbykeller, manchmal wie einer in die Köpfe der jeweiligen Kuratoren.“
Pinterest ist DER neue Onlinetrend im Jahr 2012 – ein Onlinefotoalbum, dass ganz neue Möglichkeiten eröffnet.

 

Bei Pinterest können die User ausschließlich Fotos und Videos veröffentlichen. Das Portal stellt die Inhalte daraufhin zu einer erfrischend schlichten Collage zusammen. Hier wird der Benutzer nicht, wie bei anderen Netzwerken, mit Statusmeldungen überhäuft, sammelt auch keine Freunde. Bei Pinterest zählen ausschließlich die Fotos von den schönen Dingen des Lebens. Wie schon der Name der Plattform verrät („Pin“ für pinnen und „-terest“ für Interest), zeigen die User, die übrigens überwiegend weiblich sind, der Netzwelt ihre Interessen und Wünsche, geben Tipps oder suchen selbst Anregungen. Der Technikblog Techcrunch bezeichnet Pinterest deshalb als eine Art „Selbstdarstellungsmaschine“. Die wenigsten Benutzer zeigen auf Pinterest ihre privaten Bilder. Meistens werden Fotos von verschiedenen Produkten, Landschaften, Architektur etc. veröffentlicht, die die User in den Weiten des Internets gefunden haben und den Pinteres-Benutzern zeigen wollen. Das Veröffentlichen der gefundenen Bilder funktioniert besonders einfach, da Pinterest seinen Usern ein kostenloses Script zur Verfügung stellt. Wenn dieses installiert ist, kann man (fast) jedes Bild mit nur einem Klick auf den Button „Pin it“ im Browser an seine Pinwand pinnen.

Jedes Foto wird in sogenannte Boards abgelegt, die nach verschiedenen Themenbereichen, wie zum Beispiel „leckeres Essen“, “Fashion“ oder „Lifestyle“ benannt werden. Ähnlich wie bei anderen sozialen Netzwerken, gibt es eine Kommentarfunktion, eine Likefunktion und man kann die Inhalte anderer User „repinnen“, also wiederum auf seiner Pinwand veröffentlichen. Außerdem kann man Usern oder auch nur einzelnen Boards folgen.

Momentan ist Pinterest noch in einer Beta-Version. Man muss dementsprechend entweder von einem User oder von Pinterest selbst eingeladen werden, um sich selbst einen Account anlegen zu können. Dies hält viele User momentan davon ab, einen toten Account zu erstellen, wodurch die Qualität auf Pinterest momentan enorm hoch ist. Es bleibt zu hoffen, dass die Qualität so hoch bleibt.

Verstoß gegen das Urheberrecht?

Pinterest steht vor allem in Deutschland in der Kritik durch sein Konzept Urheberrechte zu verletzen. Normalerweise muss vor jeder Veröffentlichung eines Bildes durch Dritte der Urheber gefragt werden, der die Rechte auf das Bild besitzt. Aber nur selten ist der Urheber auch derjenige, der das Bild auf Portalen wie Pinterest veröffentlichen möchte. Deshalb kann es rasch zu Urheberrechtsverletzungen kommen, wenn der Urheber mit der Veröffentlichung nicht einverstanden ist. Wenn es daraufhin zur Anklage kommt, wird das dementsprechend teuer für den User, da Pinterest nicht zur Haftung heran gezogen wird. Um diese Probleme zu vermeiden, bietet Pinterest ein sogenanntes Metatag an. Wenn man vermeiden will, das User ungefragt Inhalte von der eigenen Homepage bei Pinterest veröffentlich, sollte man dieses in die Webseite einbinden. Das Fotoportal Flickr nutzt dieses zum Beispiel, um ihre Kunden vor ungewollten Veröffentlichungen zu schützen.

Pinterest als „Oase der Stille“

Das Portal ist zwar schon im März 2010 online gegangen, aber erst seit diesem Jahr findet es hierzulande Beachtung. Laut einer Studie, sind weltweit mittlerweile 21 Millionen User angemeldet, die meisten davon in den USA. Hierzulande sind zwar knapp 268.000 User auf der Plattform zu finden, dies ist eine Steigerung von 288% gegenüber den Userzahlen vom Januar 2012.

Pinterest ist stiller und unaufgeregter als Facebook, Twitter und Co. Laut ZeitOnline ist es eine „Oase der Stille“. Es ist ähnlich und doch ganz anders als die bereits bestehenden sozialen Netzwerke. Nicht die Kommunikation mit Freunden aus der realen und der virtuellen Welt steht im Vordergrund, sondern das Teilen von Fotos, auf denen Dinge zu sehen sind, die man liebt. Man findet bei Pinterest keine laienhaften, verpixtelten Handyaufnahmen, keine Fotos von schrecklichen Unfällen und auch keine Pornographie. Dies macht den kleinen aber feinen Unterschied zu den anderen Netzwerken aus.

Pinterest kann man als die „Wiedergeburt der Bookmarkingdienste“ bezeichnen, als eine Mischung zwischen  „Social Network (…und) Social-Commerce-Plattform“. Private User nutzen Pinterest oft als einen Dienst zum Sammeln von Erinnerungen. Hier sammeln Viele Fotos von Produkten, die sie für einen späteren Zeitpunkt in Erinnerung behalten möchten. Exemplarisch kann man ein Board „Fundstücke für meine Hochzeit“ anlegen, um seine Hochzeit zu planen oder ein Board „Rezepte, die ich schon immer kochen wollte“, mit Bildern von leckeren Gerichten.

Pinterest bald wichtiger als Twitter

Momentan findet man vor allem amerikanische Unternehmen auf Pinterest. Doch auch im deutschen Raum wird Pinterest sich vor allem für Unternehmen, die aufgrund ihrer Produktepalette stark mit Visualisierung werben können, als Vorteil beweisen. Pinterest schafft eine überaus hohe emotionale Bindung zwischen Betrachter und Produkt. Denn Bilder sind in diesem Punkt viel stärker als Texte. Bilder vergisst man nicht.

Für Unternehmen ist Pinterest ein Must-Have. Pinterest schafft einem Unternehmen eine unglaubliche Reichweite. Es generiert einem Unternehmen mittlerweile mehr Traffic als Twitter! Denn jedes veröffentlichte Bild, beinhaltet automatisch den Link der Seite, von der der User dieses Foto gepinnt hat. Wenn ein Betrachter das Bild anklickt, landet er über einen sogenannten Affiliate Link direkt auf der jeweiligen Unternehmensseite, von der das Produkt stammt. Hier verdient Pinterest aufgrund einer Umsatzprovision mit.

Pinterest führt dem Social Media Auftritt eines Unternehmens in eine neue Dimension. Nirgends kann man Produktbilder so gut hervorheben und die Produkte dadurch vermarkten. Außerdem bringt ein Auftritt bei Pinterest, solange er aktiv betrieben wird, die üblichen Vorteile, wie zum Beispiel verbesserte Suchmaschinenoptimierung und Kundenbindung durch Kundendialog mit sich.

Zukunftsmusik

Die Zukunft von Pinterest ist ungewiss. Klar ist, dass Pinterest momentan eine Marktlücke erfolgreich füllt. Sobald man sich ohne Einladung anmelden kann, wird der Dienst noch höhere Wellen schlagen und weitere User anziehen. Doch vorerst müssen Problembereiche, wie die Urheberrechtsfrage geklärt werden, damit sowohl Unternehmen als auch Privatmenschen das Portal gefahrenlos nutzen können.

Quellen: zeit.de; techcrunch.com; ansonalex.com; focus.de; t3n.de; mediabistro.com

 

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