Storytelling – Das rhetorische Werkzeug der Gegenwart

Mehrere Monate anhaltende Dunkelheit und Eiseskälte. Schneemobile als hauptsächliche Fortbewegungsmittel. Von Sonne keine Spur: Herzlich Willkommen in Longyearbyen, der nördlichsten Siedlung der Welt. Hier leben mehr als zweitausend Menschen, deren innere Uhr wegen fehlender Tageszeiten über weite Strecken des Jahres nicht funktioniert. Der dreizehnjährige Torje hat Angst vor dieser anhaltenden Dunkelheit. Ein großes Problem, das nicht nur er hat, sind nämlich die Schwierigkeiten beim Aufwachen durch den Verlust jeglichen Zeitgefühls. Eines Tages jedoch erhält Torje bei einer Bürgerversammlung ein Hilfsmittel für den Kampf gegen die Dunkelheit: Das Wake-up Light, ein einfacher Lichtwecker, der einen Sonnenaufgang simuliert.

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Michael Ehlers in der WirtschaftsWoche: Eine Analyse der Spitzenkandidaten zur NRW-Landtagswahl 2017

Rhetorik-Experte Michael Ehlers. Foto: Steven P. Carnarius

Die Politik ist das Paradies zungenfertiger Schwätzer

Schon der britische Literatur-Nobelpreisträger George Bernhard Shaw kritisierte die Politiker Anfang des 20. Jahrhundert vehement für ihre lapidare Art mit Worten umzugehen. Dabei sollte in der Politik Kommunikation fehlerfrei funktionieren, denn sie entscheidet über nichts weniger, als über unser Leben. In der Konsequenz sollte also auch unsere Führungselite den eigenen Anspruch haben, rhetorisch zu glänzen und die nötige Mühe in verantwortungsbewusste Überzeugungsprozesse zu investieren.  Weit gefehlt, denn im vierminütigen Kandidatencheck des WDR zur NRW-Landtagswahl 2017 sind unter den Spitzenkandidaten diesbezüglich deutliche Divergenzen sichtbar. 

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Neues aus dem WOBLA: Schönreden versus schön reden

Rhetorik-Experte Michael Ehlers. Foto: Steven P. Carnarius

„Wir lästern nicht. Wir erörtern Tatsachen!“- Ein hervorragendes Beispiel für Schönrederei, derer sich Männer und Frauen häufig im Alltag bedienen, um ihr Gewissen zu erleichtern und vor anderen ihr Gesicht zu wahren. Das englische Äquivalent ist das sogenannte „sugar coating“. Es handelt sich hierbei um ein Idiom, das wörtlich übersetzt „Zuckerguss“ bedeutet und metaphorisch bereits die Definition für Schönrederei enthält: Der Redende macht bewusst einen negativen Sachverhalt unkenntlich, indem er ihn mit einer Schicht wohlklingender „Alternativfakten“ überzieht.

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Michael Ehlers im WOBLA: Kritik? – Ja, aber bitte richtig!

Kritik
Quelle: @olly Adobe Stock

Teambesprechung mit meiner Kollegin. Heute steht Brainstorming für ein großes Werbeprojekt auf dem Plan. Es muss schnell gehen, denn unser Kunde möchte vorzugsweise gestern schon Ergebnisse sehen. Meine Kollegin macht einen Vorschlag, den ich, auf gut Deutsch gesagt, beschissen finde, und fragt mich auch prompt: „Wie findest du die Idee? Ehrlich!“ So auch meine Antwort: „Scheiße. Lässt sich erstens nicht umsetzen und geht zweitens am Thema vorbei.“ Sie nickt lächelnd: „Stimmt!“ – Keine Kollegin, jemals.

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