Warum ist es wichtig Blogger auf Veranstaltungen einzuladen? Blogger Jens Stratmann im Interview!

Jens Stratmann ist mittlerweile kein unbekannter Blogger mehr. Er betreibt mehrere Blogs im World Wide Web. Besonders auf einen Blog möchten wir heute etwas näher eingehen. Auf www.rad-ab.com berichtet Jens über Autos. Er stellt Neuwagen vor, macht Probefahrten und besucht Automessen,  damit er seinen Blog mit individuellen und guten Inhalten füllen kann.

Warum ich Ihnen das alles erzähle? Ich habe Herrn Stratmann zu einem Interview eingeladen und wir möchten heute mal darüber sprechen, warum es für Unternehmen wichtig sein kann, auch Blogger zu Veranstaltungen einzuladen.

Hallo Jens, vielen Dank das du deine Zeit für uns geopfert hast! Wie geht es dir?

Jens Stratmann - Blogger von Rad-ab.com

Hey, mir geht es soweit gut. Ein stressiges Jahr geht zu Ende und ich freue mich auf die Jahreswende. Eventuell schaffe ich es ja zwischen den Feiertagen mal etwas auszuspannen. Die Zeit für so ein wichtiges Thema nehme ich mir trotzdem gerne.

Stell dich doch mal den Lesern kurz vor. Wer bist du, woher kommst du und wie kamst du zum Bloggen?

Ich wäre gerne jung, dynamisch und erfolgreich – bin jedoch schon 32 Jahre alt. Das mit dem jung bekomm ich also nicht mehr hin und an dem Rest arbeite ich noch. Ich ziehe gerade nach Bielefeld, eine spannende Story, denn laut „der Bielefeld-Verschwörung“ darf es Bielefeld ja gar nicht geben. Meinen privaten Blog (www.jens-stratmann.de) gibt es schon ein paar Jahre, vorher hatte ich eine statische Seite, wollte aber mehr Inhalt hineinbringen. Daher habe ich mich damals für ein WordPress-Blog auf dem eigenen Server entschieden. Erst habe ich nur für mich geschrieben, dann kamen die Leser hinzu und neue spannende Ideen.

Neben deinem privaten Blog hast du ja noch viele andere Projekte. Besonders interessant finde ich dein Auto-Blog namens Rad-Ab.com. Wie kam es dazu einen Blog über Autos zu erstellen? Wodurch hebt sich Rad-ab.com von den anderen Auto-Blogs ab?

Ich muss dazu sagen, dass ich Rad-ab.com nicht alleine betreibe. Marco Stöhr gehört auch mit zum Team, er ist einer der ältesten Auto-Blogger in Deutschland und damit meine ich nicht das Alter in seinem Ausweis. Mit ihm zusammen hatte ich auch schon vorher ein andere Projekt recht erfolgreich online gebracht. Durch die Zusammenarbeit kam dann irgendwann die Idee, dass wir die automobilen Beiträge outsourcen. Rad-ab.com entstand. Ich denke wir heben uns dadurch ab, dass wir uns selber gar nicht so ernst nehmen. Gerade die lockerer Art und Weise kommt bei den Lesern an, die haben oft keine Lust auf PR Gequatsche. Wir duzen unsere Leser und fordern diese auch zur Interaktion auf. Bei Probefahrten dürfen die Leser Wünsche äussern.

Was waren deine ersten positiven Erfahrungen mit dem Blog?

Die erste Einladung zu einem Presse-Event von einem Automobilhersteller. Das war schon eine sehr positive Erfahrung, als der Automobilhersteller dann noch unseren Blogbeitrag auf der eigenen Facebook Seite an über 150.000 Fans geteilt hat, war das wie ein Ritterschlag. Ansonsten ist jede Probefahrt eine positive Erfahrung, denn man lernt nie aus und entdeckt immer wieder was Neues. Man darf aber nicht vergessen, so ein Blogbeitrag / eine Blogreihe über ein Fahrzeug kostet Zeit, Geld und nochmal Zeit. Denn der Beitrag muss geschrieben, das Bildmaterial erstellt und das Fahrzeug ausgiebig getestet werden.

Gab es auch negative Erfahrungen?

Vor ein paar Tagen habe ich mich wirklich etwas aufregen müssen. Ich wollte mich für unseren Auto-Blog bei der Cebit registrieren lassen. Letztes Jahr hatte ich für meinen privaten Blog einen Presseausweis bekommen, dieses Jahr wurde er mir für rad-ab.com zunächst verwehrt. Der Grund: Keine Relevanz! Das sah ich natürlich anders, vor allem wenn man bedenkt, dass Ford auf der diesjährigen Cebit SYNC vorgestellt hat, Range Rover vor Ort war und Volkswagen einer der Hauptsponsoren war. Das Auto wird immer digitaler, zahlreiche Hersteller setzen aufs Internet und IT Lösungen im Auto, daher würden wir halt auch gerne von der Cebit über News berichten. Inzwischen hat man mir, nach dem ich noch mal nachgehakt habe, die Zusage zum Presseausweis gegeben. Ansonsten gab es bis dato keine negativen Erfahrungen, weder bei der IAA noch bei der Motorshow in Essen. Auch die Presseabteilungen der jeweiligen Hersteller gehen sehr zuvorkommend mit mir um.

Warum ist es in deiner Sicht wichtig, dass Blogger auf Veranstaltungen und Messen unbedingt eingeladen werden sollten?

Blogger schreiben in der Regel „ihre Sicht der Dinge“, Blogger bieten einen Mehrwert, da die Leser sich in der Regel mit dem Blogger identifizieren können. Der Blogger ist „eher der Kumpel“ und wem glaubt man wohl mehr? Dem Kumpel oder einem Zeitungsbericht von einem Journalist den man nicht kennt? Den Blogger kennt man ja eigentlich auch nicht, aber so ein Blog wirkt persönlicher, denn wir schreiben auch über unsere eigenen Meinungen, üben Kritik und sprechen Lob aus.

Der größte Vorteil von Blogs ist allerdings die Tatsache, dass die Beiträge natürlich auch bei Google gefunden werden können. Wenn Unternehmen oder Veranstalter also auf bestimmte Dinge hinweisen wollen, kann man das sehr gut über Blogs machen, wenn man sich an ein paar gewisse Spielregeln hält.

Welche Spielregeln gibt es denn?

Das fängt schon bei der Kontaktaufnahme mit den Bloggern an und hört bei der Kostenübernahme für Anreise,  Abreise und der Unterkunft auf. Blogger verdienen, in der Regel, kein Geld mit den Publikationen, daran sollte jeder Veranstalter denken.

Blogs sollte man nicht nur als SEO Maßnahme missbrauchen, über Blogs erreicht das Unternehmen recht schnell die Zielgruppe und wo kann man schon so zielgruppenorientiert informieren? In der Zeitung von heute packt man morgen toten Fisch ein, es gibt zeitlose Blogbeiträge, die können in 5 Jahren noch aktuell sein.

Was wünscht du dir für das Jahr 2012 von den Unternehmen als Blogger?

Ich würde mir wünschen, dass Automobilhersteller den Autohäusern Werbekostenzuschüsse für Onlinewerbung zahlen würden, denn viele Händler würden dann auch auf Blogs setzen. Ansonsten würde ich mir wünschen, dass die Wirtschaft im Jahre 2012 wieder anzieht, denn da haben dann alle etwas von, denn es gibt ja inzwischen für fast jeden Bereich passende Blogs. Unternehmen sollten Anfragen von Bloggern ernst nehmen, denn im Grunde wollen Blogger nur das Beste für die Unternehmen. Das wäre doch mal ein toller Wunsch für das Jahr 2012, oder?

Definitiv! Aus meiner Sicht werden Blogger noch bei vielen Unternehmen unterbewertet. Vielen Dank für deine Zeit und das Interview!

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2 Kommentare

  1. Ja das mit den Presseausweisen ist so ein Kreuz. Das Verständnis fehlt noch vielen.
    Jens hat aber auch eine schöne aber sicher schwierige Nische, die für Blog Marketing noch nicht erschlossen scheint. Daher sicher die zurückhaltung.

  2. Gefällt mir sehr gut das Interview mit Jens. Chris, da hast du dir viel Mühe gegeben und sicherlich einen „wichtigen“ Blogger für ein Interview gefunden. Immer wieder zeigt sich, wie sehr Blogger mit ihren Blogs Einfluss haben können.

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